Samstag, 14. Februar 2015

Was gehört zu einem KNALLVERGNÜGTEM Leben? Liebe von Kindesbeinen an

Zuerst ein kleiner Spaziergang, wir haben nur Augen für uns...

Nur eine Kinderliebe? 


Wie schön ist es, wenn Kinder mit viel Gefühl, Fürsorge und Liebe aufwachsen. Sie müssen nicht in die Pubertät kommen, um diese Gefühle nicht nur zu empfangen, sondern auch weiter geben zu können.

Die erste Liebe außerhalb der Familie gehört oft dem Teddy oder der Puppe. So war es auch bei mir. Wenn mein Bruder die meinen behandelte, als seien sie keine Lebewesen, weinte ich bitterlich. Ich liebte sie so sehr. Und gestehe heute, was ich damals niemandem zu sagen wagte: als Kind dachte ich stets, Puppen seien verstorbenen Babies.

Meine nächste Liebe erlebte ich in Erl, in Tirol, während eines Sommerurlaubes. Ich war fünf und lernte einen Jungen kennen, der eine coole Lederhose trug. Wir spielten im Garten der Pensionswirtin, und ich erinnere mich an unser erste date.

Alle Erwachsenen waren beschäftigt, und wir schlichen uns in den Garten. Es wurde langsam schummrig, und er nahm mich an die Hand. Dann zog er mich Richtung Schuppen, sagte leise "pssst", öffnete die Tür und zog mich hinein. Licht gab es keines, aber er wusste auch ohne Licht genau, was er wollte. 

Ich hatte Herzklopfen, mich stets im Dunklen ein bisschen gegruselt, und hatte das Gefühl, ich sollte hier vielleicht nicht sein? Andererseits: meine Eltern hatten es auch nicht verboten. Also klammerte ich mich an ihn, quetschte wahrscheinlich seine Finger zusammen, und wartete, was er plante. 

Ich hatte häufig gesehen, dass meine Eltern sich küssten, oder mein Opa die Oma. Und alle ständig mich. Äh! Der würde doch nicht auch so langweilige Sachen wollen? 

Nein, es kam viel viel viel besser! Aus einem Regal zog er zwei kleine Plastikeimerchen hervor, zwei Kinderschaufeln, und eine kleine Harke. 

"Komm mit, ich zeig´dir was," wisperte er, und lotste mich Richtung Swimmingpool. Der enthielt kein Wasser, aber hunderte von braunen Schnecken. Und so erlebte ich mein erstes Abenteuer. Mit den Schüppchen hoben wir die Schnecken heraus und sammelten sie in unseren Eimern. 
"Die Erwachsenen töten sie sonst, hab ich mal gesehen."

Wir waren völlig eins in unserer gemeinsamen Tätigkeit, und ich liebte ihn für seinen Tierrettungsversuch. Als unsere Eimer voll waren, liefen wir schnell zum Ende des Grundstücks und leerten den Eimer auf einer Wiese aus. Ob der Nachbar sich am nächsten Tag freute, erfuhr ich nie. 

Jedenfalls hatten wir einen tollen Urlaub, wunderschöne weitere Erlebnisse wie laufen, springen, auf Bäume klettern, uns auf der Wiese rollen ... doch irgendwann war die Sommerzeit vorbei. 

Zum Abschied küssten sich Pensionsleute und Erwachsenen, verabschiedeten sich "bis nächstes Jahr", und auch der Kleine gab mir ein Küsschen. Es war etwas weniger doof als das der Erwachsenen. Doch das war es nicht, was mir in den folgenden Wochen fehlte. Was ich vermisste waren die gemeinsamen Erlebnisse mit dem Jungen,dessen Namen ich nicht einmal mehr weiß. 


...
... ich hab dich soooo lieb.

Was ich aber noch weiß ist, dass ich im Auto saß, meine Eltern auf den Vordersitzen, mein Bruder neben mir, und aus dem Rückfenster schaute, wo er heulend und winkend auf der Einfahrt stand. Auch ich konnte mich vor Schluchzen nicht beruhigen. Und fand das schrecklich peinlich. Aber es war, als hätte ich ein Stück von mir dort gelassen. 

Wir sahen uns nie wieder. Was bis heute von ihm geblieben ist? Ich kann noch immer kein Salz auf die Schnecken im Garten streuen oder zusehen, wie man sie eliminiert. 

Ja, ich denke, alles ist Liebe. Liebe ist alles. In diesem Sinne wünsche ich euch zum Tag der Liebe viel Gefühl. Oder eine wunderschöne Erinnerung ... wisst ihr noch, wer oder was eure erste "Liebe" war? 

Herzlichst, BiggY