Sonntag, 15. März 2015

Was gehört zu einem KNALVERGNÜGTEM Leben? Pantoffelhelden?

(piqs/GeraintRowland)

     Niemand steht unter dem Pantoffel - 
außer, er kriecht selbst darunter. 



Also gib gut acht, wohin es dich zieht. In meinen 

Paarberatungen

bin ich häufig immer wieder erstaunt. Ebenso im Supermarkt. 

Der Umgangston, in dem viele Paare miteinander kommunizieren, steht in keiner Musik-Fibel, diese Umgangssprache taucht in keiner Länder-Liste auf. Und doch ist sie weltweit bekannt. Man könnte sie am besten umschreiben mit ... hm, ... Aggressivisch!?

Doch ist dir schon mal aufgefallen, dass meist nur eine Person des Paares diese Fremdsprache anwendet? Der andere oft (äußerlich?) gelassen bleibt, im Ton?

Neulich war ich Getränke holen. Neben mir hielt ein Auto. Mann und Frau um die fünfundsechzig stiegen aus. Ihm fiel eine PET-Flasche auf den Boden ... der kurz darauf zu beben begann unter ihren wüsten Schimpftiraden, während der kleine Wicht immer mehr zusammenschmolz wie Kerzenwachs im Feuer-Orkan.

Am Mittag war ich dann im Supermarkt. Auch ich brauchte Waschmittel, wie das Paar neben mir. Sie wollte die Marke X, er die Marke Y. Ich gestehe, ich kenne den Unterschied nicht. Weiß nicht, ob es einen gibt, aber wahrscheinlich wird jede Sorte seine Berechtigung haben. 
Er jedoch wetterte im freidvoll-österlich geschmücktem Markt:" Jesus! Kannst du dich endlich entscheiden und verdammt-noch-mal  die Sorte X nehmen."
Ups. 

Jesus anrufen. 
Entscheiden. 
Für seinen Vorschlag, klar. 
Im Tonfall ich-erwürg-dich-gleich. Wenn ältere Ehe- oder Elternpaare so etwas vorleben, wie soll die Jugend lernen, dass auch Respekt und Höflichkeit in eine Beziehung gehören?

Aber das Besten erlebte ich anschließend, als Frau das Waschpulver - klar, Marke X  - in den Einkaufswagen hob, es auf die Bild-Zeitung des Mannes stellte. Er raunzte sie an:"Kannst du nicht aufpassen?", und schlug ihr doch tatsächlich leicht auf die Hand!!!

Ich trat hinzu, fragte freundlich, ob ich helfen könne, nahm der alten Dame das schwere Paket aus der Hand, deponierte es am Ende des Wagens, die Bildzeitung darauf. 
In der rechten Ecke war dieser Liebe-ist-Spruch, heute ging es weiter mit "... dem anderen auch mal helfend die Hand zu reichen."

Ich zeigte dieses Bild dem alten Herrn, der in sein unrasiertes Kinn knurrte, mich anschaute ... und mein Lächeln unsicher erwiderte. Im Weggehen sah ich, wie er der Frau den Einkaufswagen abnahm, "ich mach das schon, ist doch zu schwer für dich"; und wie sich die Frau zu mir drehte, ein Äugsken zuknipste und völlig gelassen hinter dem Knorz herwatschelte. 

Seien wir knallvergnügt miteinander und zu einander. So oft wie möglich. Und wenn wir in uns selber unzufrieden sind? 
Ich hab da den leichtesten Trick der Welt. Ich sage meinem Gegenüber:
"Manchmal ist das Leben mit mir die Hölle, auch für mich. Wenn ich heute also mal ungehalten bin, verzeih mir." 
Das findet Gegenüber so lieb, dass er mir verzeiht... aber meist geht es mir schon besser, wenn ich es ausgesprochen habe. 


Herzlichst, BiggY