Freitag, 13. Februar 2015

Was gehört zu einem KNALLVERGNÜGTEM Leben? Psychotherapie?

(Piqs/ashrafulkadir)

Gestern habe wir erfahren, wie Emotionen entstehen: 

Erinnerungen + Bilder = Emotionen. 

So würden Mathematiker die Gleichung vielleicht aufstellen.   (Oder Männer?) Emotionslos lebt kaum jemand. Klar, der eine empfindet mehr, der andere ganz, ganz viel. Positive lieben wir, doch was ist mit den Schmerzlichen? Ist, um zu verarbeiten, 

Psychotherapie

eine Lösung? Verdrängen oder Reden; sich stellen oder leugnen; hervorholen oder ignorieren? Wie geht man am besten mit Wunden oder Narben um?

Gib mir Informationen, eine Meinung bilde ich mir selbst


Das habt ihr schon öfter von mir gelesen. Ich versuche mich in Aufklärung. Selten gibt es richtig oder falsch; häufiger wohl besser oder schlechter. Für mich, meine Zukunft, mein  Umfeld. 

Was machen Therapeuten mit mir? 

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: sie fragen, lassen dich erzählen, hören dir zu. Versuchen  dich auf den Weg zu leiten. Eine Lösung nennen sie dir nicht. Das sei gut, so lernte ich einst. 
Als ich einmal selber Betroffene war, missfiel mir das sehr. Ich hätte mir erträumt, dass ich eben schnell schildere, wo das Problem ist, man sagt mir die Lösung, und zack, Thema vom Tisch. 

Soll ich studieren, oder eine Ausbildung machen?
Den Job behalten, oder umschulen?
Nachwuchs bekommen, oder Karriere machen?
Diese Frau heiraten?
Diesen Gatten behalten? 
Ein Haus bauen? 
Wie gehe ich mit Trauerarbeit nach Scheidung oder Tod um?

Ähnliche Fragen hast du dir sicher auch bereits gestellt. Manch einer findet allein eine Lösung, oder meint es zumindest. 
Ein anderer benötigt Hilfe. Man kann mit Eltern oder Kindern reden. Mit der besten Freundin oder dem Sportkollegen. Das ist oft schon ausreichend. Warum nicht immer? 

Freunde und Familie als Therapeuten? 

Deine Lieben kennen dich, dein Denken, dein Leben in- und auswendig. Sie wissen über deine Vorlieben und Abneigungen Bescheid, so warst du schon immer. Tja. Und hier ergibt sich manchmal das Problem: Vielleicht hast du dich/deine Einstellungen inzwischen geändert? Ohne ihnen davon Mitteilung gemacht zu haben? Weil es sich nie ergab? Weil es dir unangenehm gewesen wäre, du niemanden vor den Kopf stoßen wolltest? 

Gleiches Verhalten führt zu gleichem Ergebnis

Gleiche Ratschläge ... ebenfalls. Aber du willst bei der Bewältigung von Problemen vielleicht dein gewohntes Kopfkino-Programm unterbrechen. Neue Anreize, Denkanstöße, Fakten oder einfach andere Seiten der Problematik aufgezeigt bekommen. Das kann eine neutrale Person oft besser. 

Wie lange dauert eine Therapie?

Wenn ich diese Frage beantworte, bekomme ich gleich wieder Ärger mit den meisten Kollegen. Dabei gebe ich nur Informationen, entscheiden musst du selber. 

Angegeben werden häufig  "Drei Jahre. Wir müssen uns ja erst kennen lernen. Schauen, wie der andere tickt (sorry, es heißt korrekt natürlich, wie wir miteinander kommunizieren können). Und ja, die frühe Kindheit muss ebenso beleuchtet wie die Jugend, das Erwachsenen- oder das Mittelalter. Das wird schmerzlich, aber erst dann können wir in die Zukunft schauen." 

(Kindheit.Piqs/disha13)

Vielleicht ist das so? 

Hinterfragt, und entscheide selber, ob das der richtige Weg ist. 



Bin ich unprofessionell?


Ich bevorzuge gegenwartsorientiert. Ebenso, wie eine Handvoll Kollegen. Klar, verdient der Psychotherapeut auf diese Art nicht 36 zuverlässige Monate an dir. Gut, das ist vielleicht ein Nachteil für ihn. 

Aber letztendlich geht es um dich. Du hast ein Problem. Irgendetwas ist geschehen, was du allein nicht in der Art verarbeitet bekommst, dass du knallvergnügt in die Zukunft gehen kannst. Also brauchst du doch Hilfe, oder? Was nutzt es dir, wenn es in drei Jahren besser ist? 

Und dann: Wieso soll ich dich erst voller Vehemenz in das schreckliche, belastende, traurige Erlebnis zurück führen? Es dich erneut erleben lassen? Sorry, ich frage mich stets, was das bringen soll. 

Das Erlebte kann ich nicht verschwinden lassen. Deine Vergangenheit ist, wie sie ist. Wenn du mit rothaarigen Frauen Probleme hast, weil dich eine rothaarige Hebamme dereinst bei Wickeln immer in den Popo gekniffen hat - wie soll ich das ändern? Ich kann das nicht. 

(Piqs/moriza)
Man kann lediglich mit dir erarbeiten, wie du trotzdem in Zukunft mit Rothaarigen zusammen sein kannst, ohne es ihnen zurück zu geben, und ihnen stets und immerdar in den Allerwertesten zu kneifen. 

Deine Vergangenheit ist eine Baustelle?

Für die Zukunft stellen wir sie zu deiner Zufriedenheit fertig. 

Natürlich kann es Situationen geben, die eine langjährige Gesprächs-Therapie erfordern, versteh mich nicht falsch. 
Aber wäge gut ab, was dir eine Therapie bringen soll. 

Erkundige dich bei unterschiedlichen Therapeuten über ihre Arbeitsweise. Entscheide du, welche dir liegt. Denk daran, die Vergangenheit kannst du nicht ändern. Aber vielleicht dein Denken darüber, deine Ansichten ... aber garantiert deine Zukunft. Und die fängt  gerade jetzt an. Möglichst knallvergnügt, wünscht dir 

herzlichst, BiggY