Donnerstag, 25. Dezember 2014

Fetziger oder besinnlicher 1. Weihnachtsfeiertag?

Heiligabend ist vorbei, wie geht es euch? Postet, wenn ihr Lust habt. 
(Das ist mein Nachteil der Selbständigkeit: richtig frei nehme ich mir selten. Weder von Patienten, noch vom Schreiben. Aber scheinbar will ich es so.)
Wir haben mit der Familie zusammen gesessen, lecker aber bewusst gegessen - außer meinem Lieblings-Bruder: der hat die fehlende Kalorienmenge mit ein paar Kilogramm Naschereien aufgepeppt. Das kann der gut. Aber ich denke, er macht das wett, indem er heute von Mitteldeutschland nach Novosibirsk joggt.
Meine Lieblings-Schwägerin - schön und frech wie immer - hatte sich für uns schick gemacht, dabei kann sie auch in Boxsportsachen gut aussehen. Sie übernahm den Familien-Fahrdienst zu mir. Ist in der 50er Zone 51 gefahren, was Opa eindeutig zu schnell fand. Und zu weit rechts. Oder links. Außerdem - Achtung - da hinten käme eine Ampel. Vielleicht würde die rot. Oder gelb? Und da müsse sie links ab. Ok, sie ist blond, aber sie kommt seit 23 Jahren und neun Monaten zu mir, fährt eine halbe Millionen Kilometer im Jahr ( sie muss ja ihren Gatten immer aus Novosibirsk abholen, der nascht und joggt ständig), daher kennt sie die Wege gut.
Mein Ältester ist zum Mann gereift,  hat inzwischen einen  Bart. Kam mir fremd vor, aber die Umarmung fühlte sich an wie immer - er war es wirklich. Seine Geliebte kam in Begleitung ihres Geliebten. Der auch mit im gemeinsamen Bett übernachtet. Diese Menage a trois war anfangs gewöhnungsbedürftig für mich. Ebenso die Hundehaare auf dem Kopfkissen.
Der Jüngste hatte seinen Krawattenknoten in Form eines Weihnachtsbaumes gebunden. Hammer! Er trug silberne Manschettenknöpfe. Stylisch. Dazu ein  weißes Oberhemd - gebügelt! Halloh? Er wohnt in einer Studenten-WG?! Was ist das für eine WG? Eine mit eigenem BÜGELEISEN?!) Dazu eine schwarze Stoffweste. All das zu Chucks und Gammeljeans (hier schreibt mein Computer ständig ein H statt einem G. Schnell verbessern, bevor die Tierschützer mir wieder auflauern). 
Günter-ohne-h schaute ebenfalls nach dem Linken und Rechten, und fand, wie immer, nichts zu kritisieren. Obwohl nicht alles war wie schon immer. 
Opas neues Handy - seniorengerecht, auf einfache Bedienung eingestellt - war mal wieder kaputt. Es klingelte nicht, obwohl er extra den Ton ausgestellt hatte. Ach so. Aber schick war er, mein persönlicher Meister Eder. Oma hatte die Oberaufsicht, alles im Griff, und weil ich alles so schön geschmückt und gekocht hatte, legte sie mir auf das Kopfkissen meines Bettes ein Briefchen und eine Leckerei. Obwohl das Schlafzimmer oben liegt, und sie Treppen nicht mehr gut kann, sie hat Bein und Rücken, ist seit einiger Zeit bei Dr. Stratmann in Behandlung. 
Die wir-schenken-uns-nichts-Geschenke kamen mehr oder weniger gut an. Wie immer war ich am nächsten Morgen als Erste auf, durfte aufräumen in Stille genießen - och jetzt, zum mittäglichen Frühstück, werden alle langsam wach. 
Wie geht euer Tag heute weiter? Heiter? Besinnlich ? Ruhig oder ... postend, weil ihr Lust habt? Wir lesen uns?
Knallvergnügte Weihnachten.
Herzlichst, BiggY