Freitag, 2. Januar 2015

Vom #Nichtraucher zum #Raucher Teil II

(piqs/steffen88)

Geliebter Inhalierer

Ich weiß, dass diese Zeilen für dich schmerzlich sein werden. So viel Zeit haben wir miteinander verbracht. Gute, schlechte, einsame, gesellige. Wir waren einander nah, auch wenn wir uns fern waren. Wir haben herrliche Urlaube miteinander verbracht, den Berufsalltag miteinander geteilt, manchmal sogar das Bett. Wobei du mich gern in der Hand hattest. Aber irgendwie auch ich dich, oder? Aber gut. 
Wenn ich nicht bei dir war, hast du mich vermisst; bist bei Nacht und Nebel, zu Fuß oder mit dem Auto, los, um mich zu holen. Du warst ein zuverlässiger Freund. 
Doch ich gehe langsam dem Ende meiner Kräfte zu. Ich möchte endlich frei sein. 
Verstehst du, wie anstrengend meine Aufgabe war, der ich mich zu stellen hatte? Wie vielseitig? Stets musste ich auf dem Laufenden bleiben, welch köstliche Nebenwirkung ich dir noch zukommen lassen kann. Musste bis ins letzte Lungenbläschen kriechen, ob ich wollte oder nicht. Musste, wie ein Maler, alles schwarz einfärben, selbst wenn ich schon müde war, und wie ein Bauarbeiter, hatte ich aus ein paar gesunden eine Verballung kranke Zellen zu mauern, selbst wenn ich noch so erschöpft war. 
Liebster, bereite dich auf die Trennung vor. Ich lasse dir ein paar Tage, bis dass ich mich endgültig von dir löse. Dann muss Schluss sein, auch wenn ich dir einst ewige Treue schwor. Ich wusste nicht, wie anstrengend das Leben mit dir ist. Nächste Woche ziehe ich mich von dir zurück, löse mich in Rauch auf. 

In Liebe. Deine letzte #Zigarette.