Donnerstag, 22. Januar 2015

Was gehört zu einem KNALLVERGNÜGTEM Leben? Heute: Hinterfragen

(Piqs/WoodleyWonderworks)



Stimmt das? 


Wie oft (hinter-)fragst du heutzutage, wenn dich eine Aussage oder Situation erreicht? Hast du sofort eine Meinung oder Einstellung parat? Ich denke, meistens ist das so. 


Wir verfügen über Erfahrungen, Verstand und Bauchgefühl. Wenn die drei sich einig sind, urteilen wir oft in Bruchteilen von Sekunden. Das ist auch nicht verkehrt. 



Aber manchmal ver-urteilen wir uns dabei vielleicht schon, soll heißen, vertun uns? 

"Ich vertu mich nicht. Nie!", antwortete mir eine Dame neulich. Ich sollte sie bewundern, denn ich muss gestehen, mir passiert das immer wieder mal. Also muss ich kräftig weiter lernen. 

Eine kleine Beispiel-Geschichte

Ein Vater sitzt auf dem Sofa und bittet mitten im Fußball-Spiel seinen Sohn Tim: "Hol mir ein neues Bier aus dem Keller."
Nun kann man diskutieren, ob man Kinder Alkohol holen lassen sollte. 
Tim bittet:"Kann ich in der Halbzeit gehen, es ist gerade so spannend."
Papa ist wütend, steht demonstrativ auf: "Na warte, das merk ich mir. Dann geh ich eben selber."
In seinem Eifer läuft er schnell, auch er will keinen Spielzug, möglichst noch ein Tor!, verpassen. 
Auf der Kellertreppe stolpert er, stürzt, bricht sich den rechten Fuß. Als er am nächsten Abend seinen Freunden von der Situation erzählt, endet er mit den Worten:"Es ist Tim´s Schuld. Wäre der nicht so faul gewesen, und hätte diesen Gang für mich erledigt, wäre das nicht passiert. Jetzt sitz ich da."
Seine Kollegen stimmten ihm zu. Dieser Bengel! 

Stimmt das?

Ist es Tim´s Schuld? Nein. Erstens hätte der Vater bis zur Halbzeit warten können. Zweitens hätte er nicht so schnell laufen müssen. Drittens: Hat Tim ihn geschubst? So wie ich Tim einschätze, nicht. 

Aber wie gern schiebt man Umstände anderen in die Schuhe, und seien diese noch so klein. (Sind wirklich immer die anderen Schuld, stimmt das?)

Der Vater war auch nach einem Gespräch nicht umzustimmen. "Ich weiß schließlich am Besten, wie das war."
Die Mutter tröstete den fast untröstlichen Tim, ebenso wie ich. Nein, es war nicht seine Schuld. 

Später erfuhr ich, dass es das Hobby des Vaters war, stets andere für ein Misslingen verantwortlich zu machen. Hätte er seine Meinung hinterfragt, wäre er im Leben öfter besser gefahren. Und gelaufen.

Ob wir auf der Sonnen-oder Schattenseite des Lebens stehen, dafür ist niemand anders verantwortlich als wir selber. Wenn es nicht läuft, wie wir wünschen, sollten wir nicht nur Mitmenschen und Situationen hinterfragen, sondern auch uns und unserer Urteilsgabe. 

Inwiefern wir bei der Umsetzung unserer Ideen, Träume und Wünsche erfolgreich ist, hängt zum größten Teil von unserer Einstellung dem Leben gegenüber ab. 


Stimmt das?, fragt neugierig und 



herzlicht, BiggY