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Mit Mehrsamkeit gegen Einsamkeit


Was das ist? 

Mehrsamkeit ist der (knallvergnügte) Plural vom (bedrückenden) Singular Einsamkeit. 

Einsamkeit findet bei jedem Menschen am gleichen Ort statt. Auf jedem Kontinent. In jedem Land. In jeder Stadt, in jedem Dorf. Auf jedem Bauernhof, sei es mit oder ohne vom Bauern gesuchter Frau. In jeder Lebenslage. 
Egal ob du schwarz, gelb, blass-weiß oder krebsrot bist; ob liiert oder Single, ob verheiratet, geschieden oder verwitwet. Einsamkeit hat nur eine einzige Heimat. Und die befindet sich in dir. In deinen Kopf und  deinem Herz. In deinem Denken, deinen Einstellungen und Empfinden. 

Höchste Zeit los zu ziehen, die »einsame Heimat« zu verlassen. 
»Das ist leicht gesagt. Mir fällt es schwer. Und dann habe ich ja auch noch...«

WAS? Was hast du?!


Ein appes Bein; einen appen Arm? Einen Klumpfuß, oder sechs Zehen an jeder Seite? Achtzig Kilo zu viel, zwanzig zu wenig? Nur ein Auge, oder mit zwanzig schon ein Gebiss? Graue Haare, eine glänzende Glatze? Hast Krebs, nur eine Brust, sitzt im Rollstuhl, oder bist Legastheniker? Bist über 2,30 Meter groß, oder unter 1,30 klein? Alles zusammen? Das glaub ich nicht, und selbst wenn ... 

Du musst nicht einsam sein! Ehrenwort, versprochen, ganz bestimmt. Du glaubst mir nicht?

Die Welt ist nicht voll mit traumschönen Models oder Schauspielern. 
Ich kenne allerdings ein knallvergnügtes Size-XXXL-Model; 154 Kilo schwer. 

Du beneidest Schauspieler? 
Findest du Otto hübsch? 
Rainer Callmund attraktiv? 
Cindy aus Marzahn sexy, oder Helga Feddersen bildschön? 
Der Serienheld von »Games of Thrones« ist lediglich auf Grund seiner besonderen Körperlichkeit ein Held geworden. 

All diese Menschen wirken durch ihre Ausstrahlung. ei allen gab es eine dramatische Zeit der Einsamkeit, bevor sie zu »Helden« wurden.

Die Welt lebt nicht von gemeißelten Persönlichkeiten. Was nicht nur für Äußerlichkeiten gilt.  
Machen wir uns nichts vor: Heidi Klum zum Beispiel muss strahlend auftreten, das ist ihr Markenzeichen, durch das sie sich »verkauft«. Aber glaubst du wirklich, dass sie so glücklich ist, wo sie so viele gescheiterte Beziehungen zu verkraften hatte? Und immer weiter funktionieren muss? Wollte sie Gewicht verlieren, oder konnte sie vor Kummer nicht essen? Ich denke, wir alle wissen, dass nichts so scheint, wie man es in der Öffentlichkeit zeigt.

Jeder trägt sein persönliches Handycap mit sich herum. Ich habe noch nie jemanden ohne eins kennen gelernt. Dem einen sieht man es direkt an, dem anderen erst, wenn man mit ihm vertraut ist. 

Ziehe weg vom Ort der Einsamkeit. Such (neue) Kontakte. Dazu braucht es keinen Wohnungswechsel. Außer, du willst das. 

Hier sind ein paar »Auszugs-Vorschläge«:


- Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst, schaue mindestens einer Person ein Momentchen in die Augen und lächle. Egal, ob du im Supermarkt stehst, oder im Auto an einer roten Ampel. Immer wird derjenige zuerst erstaunt reagieren. Nimm es nicht persönlich, wenn er also nicht direkt zurück lächelt. Man wundert sich, wie wenig die Menschen  heutzutage fremde Freundlichkeiten gewöhnt sind. 

- Hast du einen Bekannten, Nachbarn, Arbeitskollegen, der brummig schaut? Auch er ist vielleicht mit seinem Handycap (Job, Ehe, unglückliche Einsamkeit) beschäftigt. Frage ihn doch mal mit einem Hauch mehr Interesse, wie es ihm WIRKLICH geht.

- Beginne virtuelle Freundschaften als Übung, sich auszutauschen. 

- Suche dir Gleichgesinnte, (Selbsthilfe-)Gruppen, wenn du unter einem bestimmten Symptom leidest. Es tut gut zu erfahren, dass du nicht allein bist mit deinem Problem. 

- Geh mit Freundlichkeit durchs Leben. Vielleicht kannst du dein einsammachendes Handycab wie einen Kumpel mit einbeziehen und sagen: Diese Sache, diese Sorge, diese Körperlichkeit gehört zu mir. 

- Verzweifle nicht. Es gibt immer Menschen, die jemanden oder etwas gut finden, oder weniger gut. Ist auch ok, sonst wäre die Welt voll von Menschen und Einstellungen, die sich exakt gleichen. Langweilig, nicht wahr?

- Viele kranke, unglückliche, behinderte, arme Menschen beherrschen die Gabe, mit ihrer »Macke« zu kokketieren. Ich persönlich gehöre (inzwischen!) dazu. Ich hab (unter anderem!) eine Nasewie Pinoccioine, ich lisple, und meine Vergangenheit gleicht einer Achterbahn. Natürlich wird darüber in Familie und Freundeskreis gefrotzelt. Aber das zeigt mir, dass die Leute Bescheid wissen, mich wahrnehmen. Was soll daran Schlimmes sein? Schlimm würde nur ich selber es machen können, indem ich deren Äußerungen und Blicke negativ beurteile. 

- Denk daran: es gibt eigentlich immer Menschen, denen es schlechter geht. Vielleicht kümmerst du dich um diese, holst sie mit ins dein neues Ruderboot? 

- Leg deine Lieblingsmusik ein, tanze dazu, und wenn du lustig dabei aussiehst? Prima, dann lach doch drüber.

- Nimm dich nicht so wichtig. Stell dir vor, du bist Axel Gerst, sitzt oben im Weltraum, und schaust herab auf unsere gute Mutter Erde. Egal, ob du unseren Gott  Vater dort sitzen siehst oder nicht - fühle dich in unserer Welt heimisch. Heimatlich. Dazugehörig. Denn egal, ob du das spürst oder nicht: 

Du gehörst dazu. Zu dieser Weltbevölkerung. Bist ein Teil davon; egal, wie sehr du dich versteckst! 

Verkrieche dich nicht. Zieh weg vom Schneckenhaus der Einsamkeit. Warte nicht, dass jemand an der Tür schellt; DER wartet vielleicht ebenfalls, und so warten sie noch heute? Wäre das nicht ein doofes Ende, statt happy end? 

Und jetzt : ab in die Zukunft. 
Du hast nur eine. 
Toitoitoi wünscht dir

herzlichst, BiggY


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